Alles Gute, Silbermond
Mich wundert ja gar nichts mehr. Oder sagen wir, wenig. Das heute wunderte mich dann schon ein bisschen. Ulf Wenderlich, der Manager von Silbermond, hat mir heute erklärt, dass er die Rezensionen meines Auftraggebers laut.de weniger gut fände. Nein, das stimmt nicht ganz: Er sagte, laut.de würde “die Platten der Band böswillig runterschreiben“, “mit so einem Medium wolle er nicht zusammenarbeiten“. Deshalb durfte ich die Pressekonferenz der Band vorzeitig verlassen und auch das Konzert nicht fotografieren. Der bereits ausgegebene Fotopass wurde wieder eingezogen.
Nun ist mir persönlich das ja wurscht. Wer mag schon nicht gerne früher Feierabend machen? Andererseits könnte man meinen, dass ein Bandmanager etwas mehr Souveränität an den Tag legen sollte. Irgend eine andere bescheuerte Ausrede hätte es ja auch getan. Aber nein, er muss ja unbedingt Öl ins Feuer gießen und das Verbot mit der Qualität der Rezensionen begründen. Sollen alle nur noch wohlgesonnen über seine Monde schreiben? Und wenn nicht, dann lieber gar nicht? Ist das jetzt grade Mode mit der Kommunikationsherrschaft oder was?
Selbstverständlich würde ich aufgrund seines Verhaltens nie Parallelen zu längst vergangenen Regimeaktivitäten im östlichen Teil dieser schönen Republik ziehen. Aber ich wollte ihm doch schon mal die Worte “Pressefreiheit”, “Unabhängigkeit”, “freie Meinungsäußerung” und “Zensur” als Denkhilfe anbieten. Nicht, dass das jemand eines schönen Tages noch in den falschen Hals bekommt, was der Herr Wenderlich da so von sich gibt.
Ansonsten hatte ich einen schönen Abend mit der Familie.
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Kai Müller am 23.05.2009, 00:00
Vielleicht ist der gute Herr vor lauter Arbeit gar nicht dazu gekommen, mal in einer der Platten “seiner” Band reinzuhören. Er hätte sicher Verständnis für die Kritik.
c-v am 23.05.2009, 01:57
@Kai: oder zuviel
@topic: der letzte Satz hat doch auch was fuer sich – hat er das wenigstens vor versammelter Mannschaft auf der PK gemacht, oder Dich beiseite genommen?
Und warum faellt mir gerade einer Deiner Tips zur Akkreditierung ein – nicht auf ein bestimmtes Medium abzielen
Bin gespannt, demnaechst sind die bei uns, noch hab’ ich nix gehoert…
c-v
Krischan am 23.05.2009, 02:37
Hast Du persönlich gar keinen Nachteil davon?
“Vorzeitig verlassen” hört sich so an, als hätten die Dich vor den versammelten Kollegen rausgeworfen. War das so? Gibts dabei keinen Protest?
Peter am 23.05.2009, 10:58
@Krischan: Nein, das war kein Rauswurf – er hat mich vor die Tür gebeten und wir haben das ganz normal besprochen und dann bin ich eben wieder gegangen.
Es geht mir auch nicht um das “wie” (ich kann mich schon selbst wehren) sondern um das “warum”. Eine Selektion auf Basis der Gewogenheit eines Mediums vorzunehmen, finde ich widerwärtig und extrem unsouverän. Wer kritische Medien von der Berichterstattung ausschließt, bedient sich meiner Ansicht nach der falschen Methoden.
Und übrigens, die Kollegen wären die letzten, von denen ich bei einem Rauswurf einen Protest erwarten würde.
Tommes am 23.05.2009, 13:14
ach, wie charmant.
feierabend ist ja auch gut. und wenn der halt nicht will und das mehr oder weniger nett rüberbringt, ist das doch völlig ok. du hast ja dann das recht, das so hier zu schreiben und hast sogar noch ein bier neben dir stehen und vielleicht nur noch die unterhose an. gut ist das!
Peter am 23.05.2009, 14:50
@Tommes: Was da Bier und die Unterhose betrifft, liegst Du falsch. Ob ich das ansonsten “völlig okay” finde? Da möchte ich Dir die Frage stellen, ob Du in den Medien nur noch das lesen möchtest, was den Managern und Plattenfirmen genehm ist oder doch lieber das, was eine unabhängige Presse von deren Erzeugnissen hält?
Außerdem muss man die Formulierung “böswillig runterschreiben” ja mal bitte als das begreifen was sie ist: Ulf Wenderlich unterstellt dem Rezensenten eine gezielte und gewollt negative Berichterstattung. Als würde da jemand in der Redaktion sitzen und beschließen, dass Silbermond ab sofort nur noch auf die Glocke bekommt. Und gerade das wage ich aufs deutlichste zu bezweifeln.
Da sitzt vielmehr jemand, der die Platte hört und der Meinung ist dass das einfach nicht gut ist. Und so schreibt er das dann. Ich kann mir schlecht vorstellen, das der betreffende Redakteur Interesse an einem Beef mit Silbermond hat. Ich bin mir sicher, dass ihm Silbermond einfach herzlich egal sind und er das bewertet, was er da auf die Ohren bekommen hat. Und wenn das eben schlecht ist, dann wird es so geschrieben. Punkt. Ist ja nicht seine Schuld, wenn Silbermond sich dem Mainstream hingeben, statt innovative Musik zu machen.
Aber wenn man gute Kritiken schreiben muss, um fortan noch zur Berichterstattung zugelassen zu werden, dann stimmt da etwas nicht.
c-v am 23.05.2009, 17:22
gerade zu Peters letztem Absatz: Als Fotograf kann man ja auch nichts dafuer, was ’seine’ Schreiberlinge so dazu texten… Ich habe das ganze neulich zum Glueck mit den Worten “ich habe ja nur die Fotos gemacht” retten koennen, die Leitung der (zu Unrecht!) verrissenen Veranstaltung konnte das zum Glueck voneinander trennen.
Denn *die* Kritik war wirklich unsachlich (wenn auch sachlich geschrieben) – bei laut.de habe ich aber auch kein “runterschreiben” rausgelesen, denn die Konzerte werden ganz normal angekuendigt (sonst koennten swie die ja gleich aus der Liste rausnehmen)…
Munter bleiben,
c-v
Peter am 23.05.2009, 18:14
@c-v: Es ging um die Plattenrezensionen, nicht um die Ankündigungen der Konzerte. Aber auch die sind meiner Meinung nach nicht zu beanstanden. Und vor allem nicht böswillig.
suzee am 23.05.2009, 19:49
ich hab den eindruck, du hast tommes mißverstanden…der stand eher AUF deiner seite…
Peter am 23.05.2009, 20:09
@suzee: Schon klar, so hab ich Tommes auch verstanden. Wollte nur nochmal sagen, dass es nicht ganz so okay für mich war. Und mit der Unterhose hatte er wirklich unrecht
c-v am 24.05.2009, 00:20
so, jetzt wissen wir es:
- dieser Thread tendiert zum meistbeantwortesten dieses Blogs
- Peter W. traegt keine Unterhosen (hat er mehrfach nicht so gesagt
- ich bin zu albern und sollte lieber unterwegs sein
Munter bleiben!
c-v
kalle am 24.05.2009, 00:22
Pressefreiheit in allen Ehren, aber Ihr seid nicht die Kings auf der Welt. Leider gibt es nur noch wenige objektive Musikredakteure. In einer schlechten Kritik steckt meistens auch ein Stück persönliches musikalisches Scheitern des Redakteurs.
Dreifachen Respekt für Herrn Wenderlich, dass er endlich mal den Mut hatte. Bravo!
Sascha Rheker am 24.05.2009, 00:44
Das Gebahren der Plattenindustrie und der Konzertveranstalter ist einer der Gründe, warum ich ungern (regulär) Konzerte fotografiere.
Auf der einen Seite will man, daß die Künstler toll rüberkommen, erlaubt das Fotografieren aber nur ganz am Anfang, vorzugsweise im Dunklen.
Auf der einen Seite will man, daß positiv berichtet wird, behandelt Journalisten aber irgendwie wie eine Mischung aus Verbrecher und Staubsaugervertreter. (Was umso pikanter ist, als ja normalerweise die Staubsaugervertreter diejenigen sind die die fiesen Verträge mitbringen…)
Große Teile der Musikindustrie betrachten die Presse (und da meine ich jetzt den redaktionellen Teil) nur als eine Art Werbeplattform und das ist ein Armutszeugnis, wenn man bedenkt welche Aufgabe die Presse in einer Demokratie eigentlich hat.
Der Gerechtigkeit halber muß man aber sagen, daß diese Einstellung in weiten Teilen der Bevölkerung zu finden ist. Ob die Dorf-Feuerwehr der Lokalzeitung droht alle Abos zu kündigen, wenn die über einen mißlungenen Einsatz oder die Frage ob man wirklich noch ein zusätzliche Fahrzeug braucht berichten, oder ob Helmut Kohl den Spiegel boykottiert.
Peter am 24.05.2009, 00:46
@kalle: Persönliche Anfeindungen (”persönliches musikalisches Scheitern”) sind hier nicht erwünscht und sollten darüber hinaus auch an den Redakteur gerichtet werden. Da ich im Gegensatz zu Herrn Wenderlich unangenehme Meinungen durchaus toleriere, lasse ich Deinen Kommentar trotzdem hier stehen. Ich denke, er spricht ohnehin für sich selbst.
AlexHahl am 24.05.2009, 12:02
Moin,
Vergleichbares gibt’s auch schon in der Kreisliga:
Ich habe selbst erlebt, wie der “Manager” einer maximal viertklassigen Tributecombo nach Erscheinen der Rezension auf der völlig unbedeutenden Seite rockpixx.com Himmel, Hölle und große Teile der Münchner Szene in Bewegung gesetzt hat, um mich zu veranlassen, die Rezi herauszunehmen, die “tollen Bilder” aber doch bitte online zu lassen.
Fazit: Wer jemand nicht will, dass ich objektiv über ihn berichte, dann erfülle ich ihm doch gerne diesen Wunsch – so einfach ist das.
Gruß
Alex
Artur Schulz am 24.05.2009, 15:15
“laut.de würde “die Platten der Band böswillig runterschreiben“ -
Also, dann weiß ich nicht, was der Bursch’ gelesen hat. Neben anderen Kollegen habe ich eine Platte mit zwei Punkten bewertet und mich über Negatives sowieso gleichwertig auch Positives auseinandergesetzt.
Eine DVD-Kritik von mir ist sogar uneingeschränkt positiv ausgefallen … wenn das “böswilliges Runterschreiben” ist, weiß ich auch nicht mehr weiter.
Und eben: Was trägst Du denn, Peter, für eine “Schuld” an vermeintlich zu negativen Texten? Davon abgesehen: Das Ganze Procedere wirft ein schlechtes Licht auf die Band, aber hat die womöglich überhaupt keine Ahnung vom Gebaren ihres Managers?
Mein Cousin erschießt meine Oma, und ich muß dafür ins Gefängnis wandern, so wirkt Wenderlichs wunderliches Weltbild.
Herr, laß’ Hirn regnen.
marc1 am 24.05.2009, 21:12
Eine freie Presse kann gut oder schlecht sein, aber einen Presse ohne Freiheit ist immer schlecht.
Albert Camus
Bjørn am 25.05.2009, 10:26
Na das ist doch ne nette Sache … haste ihm ne Tankquittung aufen tisch gelegt
Meike am 25.05.2009, 11:32
Der Bonner Generalanzeiger wird dann wohl demnächst auch nicht mehr zugelassen werden: Mit Aussagen wie “Silbermond sind Klang gewordener Milchkaffee” und “das umfassende Plattitüden-Arsenal der Band” macht man sich wahrscheinlich auch keine Freunde bei Herrn Wenderlich. Wers nachlesen will:
http://www.general-anzeiger-bonn.de/index.php?k=loka&itemid=10003&detailid=596124
LG, Meike
Jens am 25.05.2009, 11:53
Prinzipiell sehr interessant zu lesen, sowohl der Beitrag, als auch die Kommentare. Und ich kann da beide Seiten durchaus nachvollziehen…die einen wollen fotografieren und schreiben, was sie denken, die anderen sind auf positiven Resonanz angewiesen, weil das maßgeblich für den eigenen kommerziellen Erfolg ist….eine Zwickmühle….irgendwie…
@kalle inwieweit kann Musikkritik/-journalismus objektiv sein…Musik ist so sehr subjektiv, dass ich jedem absprechen möchte über Musik bis ins Detail objektiv schreiben zu können, dann bleibt am ende nämlich nur eine technische Abhandlunge über musiktheoretische Aspekte…und das wollen wir alle nicht…
Thomas am 25.05.2009, 12:09
Tapfer bleiben und genau so was bloggen. Der mann hat entweder niemals die DDR besucht oder hat dort in Saus in Braus gelebt. Ich möchte kotzen wenn ich von solchen Typen lese. Und frage mich, was für Menschen die Künstler bei Silbermond sind, dass sie so etwas als Manager haben.
NormCast am 25.05.2009, 12:21
“Bedenklich” ist sicherlich ein Wort, welches das Verhalten des Managers gut umschreibt. Es hoert sich fuer mich so an, als ob er das persoenlich genommen hat… Da ich die Band selbst schonmal “am Rande” getroffen habe und diese eigentlich einen recht positiven Eindruck hinterliess, glaube ich doch, dass die Band selbst nicht unbedingt “schuldig” daran ist. Aber, nun ja, Glauben ist nicht Wissen
Sascha am 25.05.2009, 12:57
Tja, mein Beileid… Je unbekannter die Band, desto radikaler die Manager (oha das war jetzt aber fies).
Weitermachen und vor allen Dingen ueber solche Machenschaften berichten!
Michael Kolepke am 25.05.2009, 13:40
@kalle Nehme deinen Kommentar zum Anlass dich zu beglückwünschen. Tatsächlich die Floskel “Musikjournalisten sind gescheiterte Musiker” auszupacken, erfordert in diesem Rahmen Mut. Ich promote zwar überwiegend vollkommen unbekannte Bands, habe aber in diesem Zusammenhang die Einstellung, dass jedes verschickte Rezensionsexemplar ein Angebot an den jeweiligen Journalisten ist. Es ist nicht meine persönliche Sache, was dieser dann daraus macht. Klar wünsche ich mir eine gute Presse, aber ich würde mir nicht die Blöße geben, mich auch nur ansatzweise so zu verhalten wie Ulf Wenderlich. Das er den Kollegen vor die Tür bittet, ist nun wirklich nicht zu seinem Vorteil zu verwenden. Wenn er Eier hätte, wäre es auch möglich gewesen dies “öffentlich” zu äußern. Ach, was red ich denn. Naiv? Eventuell, aber das Herz am rechten Fleck!
Mediaheadblog.de am 25.05.2009, 15:17
[...] Am 22.05. durfte ein Fotograf die Pressekonferenz von Silbermond frühzeitig wieder verlassen und auch das anschließende Konzert nicht fotografieren [...]
Meedia am 25.05.2009, 16:14
[...] Zensur im Musik-Biz? – Der Manager der Band Silbermond, Ulf Wenderlich, hat am vergangenen Freitag den Fotografen [...]
Alex am 25.05.2009, 16:16
@kalle: meldet sich da das management durch die hintertür? sehr schön, dass diese geschichte jetzt ne welle macht.
Bildjournalisten am 25.05.2009, 17:05
[...]Einem Konzertfotografen soll die Teilnahme an einer Pressekonferenz und die Fotoberichterstattung [...]
Stefan am 25.05.2009, 17:23
Ich kenne die aktuelle Scheibe von Silbermond leider nicht, ist halt nicht meine Musik.
Mich erinnert dieses Gehabe allerdings an ein angeschossenes Tier, oder einen angeschlagenen Boxer.
Das Problem was die meisten Manager entweder nicht erkannt haben, oder es einfach nur nicht zugegeben wollen, ist nun einmal die mangelhafte Qualität.
Es reicht anscheinende nicht mehr, dass sich die Musikindustrie permanent über die mangelnden Absätze beschwert. Jetzt kommen schon die Manager daher und erwarten positive Berichte. Dabei läuft es natürlich immer wieder auf das selbe hinaus, alle anderen sind Schuld, sonst keiner.
Ich verstehe dabei als Konsument schon lange nicht mehr, wie man mit so einer Arroganz uns weiterhin diesen Schrott für viel Geld verkaufen will. Vielleicht ist es einfach an der Zeit einmal umzudenken!
Geht hinaus in die Kneipen und sucht uns gute Musik! Die kaufen wir dann auch gerne und die wird dann auch sicherlich gut, und wie erwartet objektiv beurteilt.
merely-thinking am 25.05.2009, 19:10
[...] Okay, ob die sächsische Band Silbermond was mit der Pressefreiheit am Hut hat oder nicht, ist wohl eher nebensächlich [...]
aepepleksi am 25.05.2009, 19:35
@ Thomas:
Wie kannst du solchen gequirlten kackmist schreiben?
Wer sich mal intensiv mit der Band befasst weiß, dass Ulf aus der tiefsten DDR stammt (Zittau) und die Band seit über 10 Jahren managed.
Und ich kann dir sagen was Silbermond für Menschen sind.. Sie sind ne Band die ihrem Managemant und ihrer Crew seit Jahren treu bleiben. Und sie lassen sich auch nicht verbiegen (im Bezug auf den Anfang ihrer Karriere, als Silbermond eine Plattenfirma suchte und die Bandstruktur ändern sollte) Da war es Ulf der meinte: Wir lassen uns nicht verbiegen.
Wer gar nicht weiß was hier Sache ist sollte sich 2 mal überlegen ob er hier seinen Kommentar abgibt. Ich frag mich sowieso welchen Sinn dein Kommentar haben sollte.. Aber manche Menschen sind einfach sozial verarmt und können sich nur noch dank Web 2.0 kommunizieren.
Linsay am 25.05.2009, 20:29
Als Manager eines bekannten Acts sollte man eigentlich souverän über der Sache stehen. Das gezeigte Gebaren lässt ein beleidigtes Leberwurststilzchen durchblicken, das Angst hat, ihm und seinen Schützlingen (haben die das nötig?!) könnte durch subjektive Berichterstattung – die Rezensionen nunmal so an sich haben – der eine oder andere Euro durch die Lappen gehen.
Es ist der Hohn, einem Fotografen (!) seinen Fotopass wieder abzunehmen, wenn einem gewahr wird, dass irgendein Berufskollege, der an das selbe Portal abliefert, irgendwann mal nicht in seinem Sinne geschrieben hat. Dann könnte das Bundeshaus auch gleich einem dpa-Fotografen die Tür weisen, weil … nun ja, ist klar, worum es geht, oder?
Wir leben in einem weitgehend freien Land und sollten auch als Einzelner stolz auf die freie Meinungsäußerung und Berichterstattung sein. Was für die Demokratie gilt, das gilt m.E. auch für die Medienlandschaft. Leute in “Sippenhaft” zu nehmen, ist ein Stil, der im Westen nach 1945 und im Osten spätenstens nach der Wende gegessen sein sollte – und zwar in jeder erdenklichen Hinsicht.
Die gewünschte positive Presse bekommt Herr Wenderlich nun ja, als Schuss nach hinten. Er hat ’seinen’ Silbermonden damit einen Bärendienst erwiesen. Ansatt ihre Authentizität zu unterstreichen, schießt er ihnen ins Knie. Was soll man davon halten.
Peter am 25.05.2009, 22:05
@aepepleksi: Deinen Kommentar finde ich ja schon richtig interessant. Es will mir nur nicht in den Kopf, dass einer sich von den Plattenlabels nicht verbiegen lassen möchte, aber sich ansonsten rausnimmt, andere so hinzubiegen wie es ihm gefällt. Und gerade wenn er “aus der tiefsten DDR stammt” sollte er um den Wert der freien Meinungsäußerung wissen.
Peter am 25.05.2009, 22:11
So, jetzt ist hier vorläufig mal Schluss. Dreißig Kommentare sind genug, die Meinungen sind ausgetauscht und bevor es in persönliche Beleidigungsarien ausartet, schließe ich die Diskussion für diesen Thread.
Wer dennoch etwas zur Sache beitragen möchte und mir dies sachlich formuliert in einer Mail zukommen lässt, wird hier eingetragen. Vor allen Dingen hätte ich sehr gerne auch Ulf Wenderlich noch zur Sprache kommen lassen, aber der ist trotz intensiver Bemühungen nicht zu erreichen. Immerhin, ich (und andere) haben es versucht: Es haben einige Vertreter anderer Medien bei mir angerufen und sich wegen der Sache erkundigt. Ich habe sie alle darum gebeten, die Sache auch unbedingt mit Ulf Wenderlich abzuklären, damit nicht der Eindruck entsteht, ich würde irgendwelche Stories in Umlauf bringen. Mir ist vor allem daran gelegen, dass sachlich über die Problematik diskutiert wird und keine einseitige Polemik ins Spiel kommt.
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