Einfach sein lassen
Es gibt Tage, da möchte ich es einfach sein lassen. Keine Querelen bei der Akkreditierung, keine sinnlosen Diskussionen über Verträge, keine Warterei, keine Gängeleien von den Securities und nie mehr das Gefühl ein ungebetener Gast zu sein. Nie mehr Konzerte fotografieren.
Heute war wieder so ein Tag. Man lässt uns über eine Stunde warten, weil das Management des Künstlers sich mit Zeitangaben auch wenige Stunden vor dem Auftritt doch eher schwer tut – haben die keine Uhren? Oder einfach nur keinen Plan? Obwohl nur zwei Handvoll Fotografen anwesend sind, muss man zwei Gruppen bilden die sich dann im Bühnengraben hinter aufgemalten Linien zu postieren haben, Aufpasser mit schlauen Sprüchen inklusive – wer denkt sich so einen kindischen Schwachsinn aus? Auf dem Gelände darf man keinen Schritt ohne Anweisung der Sicherheitsleute tun und wird nach den erlaubten zwei Songs geradezu wie eine Sträflingskolonie nach draußen eskortiert – vor was fürchtet ihr euch so sehr, dass ihr den Berichterstattern nicht für 5 Cent Vertrauen schenken wollt?
Die Performance war unterirdisch. Angefangen beim miserabelsten Sound den ich seit Monaten auf die Ohren bekommen habe, über das allenfalls alberne Outfit des Künstlers (ja, Trekkingschuhe in hellbeige sind sicher bequem, aber sie sehen trotzdem scheisse aus) bis hin zu der offen zur Schau getragenen Lustlosigkeit, mit der er seinen Stiefel runtergespielt hast. Hätte ich Eintritt bezahlt, wäre ich auch nicht länger geblieben als zwei Songs. Da jammert die Branche über die von der Gema geforderten 600% Aufschlag bei den Gebühren für Konzerte und gleichzeitig schämt sich keiner, so eine lächerliche Show für siebzig Euro an den Mann/die Frau zu bringen.
Die Bilder der heutigen Show sind mir nicht mal den Speicherplatz auf meinem flickr-Account wert. Und aus meiner Datenbank werde ich sie vermutlich auch bald wieder rausschmeissen. Und das liegt sicher nicht an meinen Fähigkeiten. Da wird Verrat geübt am Publikum, an den Medien und unser aller Zeit und Geld gestohlen. Die Veranstalter sitzen in der Klemme, verdienen an solchen Shows den kleinsten Teil und müssen dabei den Druck von Management, Presse und Ticketkäufern auffangen. Sicher kein Spaß. Dabei reden wir hier nicht von irgendeinem Unsinn, nein – wir reden von Neil Young. Seine Fans nennen ihn manchmal den “Godfather”. Mich schauderts dabei. Den echten Godfather sicher auch. Großer Name, miese Show und viel Gegängel. Eine Ungleichung, die leider immer häufiger zu sehen ist.
Als Fotograf ist man dabei das kleinste Rädchen im Getriebe, und abgesehen von den meist freundlichen Pressebeauftragten der Veranstalter gibt sich jeder andere Beteiligte dabei allergrößte Mühe, einen diese Minderwertigkeit auch spüren zu lassen. Akkreditiert wird nur, wer mit seiner Berichterstattung die Erwartungen des Managements erfüllt und ein braver “Medienpartner” ist. Das Management erdreistet sich gleichzeitig in immer frecheren Verträgen, die nur eine Sprache sprechen: Du Fotograf, bist unser Feind. Dein Material ist unser Eigentum und Du hast dabei gefälligst die Klappe zu halten. Allenfalls gestatten wir Dir die Veröffentlichung. Aber vielleicht auch nur nach unserer vorherigen Absegnung. Die Securities teilen sich in zwei Gruppen: Die kleinere agiert hochprofessionell, freundlich und reibungslos. Die andere, deutlich größere Gruppe, ist dumm, aggressiv und lässt ihr Machtgeilheit in Form von präpubertären Spielchen an jedem aus, der ihr in die Quere kommt. Dabei vermittelt sie den wenig Vertrauen erweckenden Eindruck, dass sie die Lage im Falle eines Falles keinesfalls im Griff haben wird.
Stundenlang könnte ich weitererzählen. Aber es ist 1:15 Uhr in der Nacht und ich muss noch eine Menge Bilder verschicken, die ich eigentlich besser löschen sollte. Nur soviel: Es sind die kleinen Konzerte, die die wahren Juwelen sind. Als Fotograf soll man die großen Shows in den schillerndsten Farben präsentieren und wird dabei behandelt wie der letzte Viehdieb. Ich werde deswegen nicht aufhören, Konzerte zu fotografieren. Aber ich glaube, es wird mal wieder Zeit für eine Runde Clubkonzerte. Klein, fein, familiär und ein intensives Erlebnis. Mit engagierten Musikern und friedlichen Leuten. Und vielen, schönen Bildern.
Gute Nacht.
Ähnliche Beiträge:
30 Kommentare
Hinterlasse einen Kommentar

Fabian Stürtz am 20.06.2009, 02:25
ohne auch nur halbsoviel erfahrung wie du zu haben – kann ich es grob nachvollziehn und habe auch oft die schönsten erfahrungen gemacht je intimer die atmosphäre war … da freut sich ein jeder noch über ein gelungenes fotos und weiss die künstlerische arbeit des anderen zu schätzen. dennoch will ich auch vor die großen bühnen und dort meine fotos schiessen – ich bin gespannt was ich dort für erfahrungen machen werde … bestimmt vielseitige …
marc1 am 20.06.2009, 07:55
Glück gehabt, daß eine Kollege bei Mr. Young war…
Mötley Crüe habe ich abgesagt, bei Kings Of Leon scheint es auch keinen Graben zu geben. Clubbing ist sicher eine feine Sache wenn der Lichtmischer nicht totoal überfordert ist und sich auch noch um den Sound kümmern muß.
Trotzdem weiterhin Gute Bilder -
Gruß Marc
TAOG am 20.06.2009, 09:59
ich kann dich verstehen. ich fotografiere auch lieber kleine bands, bei denen ich mich frei bewegen darf und die künstlr sich auch freuen, das sich jemand ums sie bildlich kümmert.
die großen konzerte möchte ich eigentlich garnicht haben. da ist keine zeit zum einleben in die musik und stimmung.
schönes wochnende aus berlin
Peter am 20.06.2009, 10:08
@marc1: Mötley Crüe hab ich auch abgesagt. Jeden Scheiß muss man sich ja nicht gefallen lassen.
marco am 20.06.2009, 11:53
da könnt ich schon wieder…. naja, kämpfen und publik machen, irgendwann merken das alle.
Martin Gommel am 20.06.2009, 12:22
Hallo Peter. Find ich gut, dass Du hier sehr direkt und klar ansprichst, was Dich annervt. Kann ich gut nachvollziehen und da wollte ich nicht in Deiner Haut stecken. Ich hab bisher solche Erfahrungen noch nicht machen müssen – finds aber wichtig, dass solche Sachen thematisiert werden. Hau rein.
marc1 am 20.06.2009, 12:25
@ peter – ich finde es gut, daß auch du daß MöCü hast sausen lassen. Ich denke hier wäre einfach etwas mehr Ent/Geschlossenheit und Solidarität seitens der Fotografen gefragt.
Solche Bedingungen sollte man einfach nicht akzeptieren.
Wer keine Bilder will, der kriegt auch keine. Gruß Marc
c-v am 20.06.2009, 16:09
omg, geht das Gezicke schon wieder los? Und nein, ich meine nicht das verstaendliche Aergern ueber diese Fotografenbehandlungen
Ich hatte letzte Woche auch ’sowas’, trotz Auftrag von der Liste geflogen – der uebliche Grossveranstalter, der regelmaqessig die List zusammenstreicht… Und Festival(s) genauso – naja, irgendwann muss man auch mal Buerokram machen, und sich nassregnen lassen ist ja auch nicht sooo toll…
c-v
Timo am 21.06.2009, 00:49
Ich hatte gestern witzigerweise einen ähnlichen Tag. Akkreditiert auf einem großen Festival im Süden, vor Ort bekommt man trotz Printredaktionsauftrag einen Mickey-Mouse-Pass für das Gelände. Gesagt wird einem das vorher aber nicht. Na vielen Dank. Und bloß nicht in Richtung Bühne fotografieren. Das bleibt nämlich den richtigen Fotopässen vorbehalten. Und diese Pässe sind zum Teil (!) im Besitz von wirklich unfähigen Fotografen. Ich habe die Ärzte (die sich -als deutsche Vorzeigepunks- ebenfalls ziemlich zickig anstellen) noch nie SO SCHLECHT fotografiert gesehen wie auf einer Medienpartnerseite (Jugendradio in BaWü). Aber hauptsache vorne drinstehen. Ich habe die Veranstaltung dann gleich um 21 Uhr lieber verlassen, bin ins Hotel und heute morgen zurückgereist. Was soll ich drei Tage lang Publikum im Matsch fotografieren.
Jeder Job hat halt auch seine Schattenseiten. Leider.
Viele Grüße, Timo.
Peter am 21.06.2009, 00:53
@Timo: Was die beim Southside zum Thema Medienpartner abziehen spottet auch jeder Beschreibung. Und was DASDING betrifft, da gehört eine gewisse Unprofessionalität offenbar zum guten Ton. Soll dann wohl irgendwie extra authentisch wirken. “Nah dran an der Zielgruppe”, nennen es die Marketingfuzzis. Ich nenne es einfach Gebührengeldverschwendung.
Peter am 21.06.2009, 00:58
@c-v: Und das zusammenstreichen der Listen nimmt langsam bizarre Züge an. Letztens wurde eines der beiden Kölner Lokalblätter ohne Begründung gestrichen, das andere durfte fotografieren. Weitere Blätter wurden ebenfalls ausgeladen, am Ende standen noch zwei Berufsfotografen im Graben. Zusammen mit zwei Schülerzeitungen und einer Partywebsite. Das erklär’ mir mal einer.
Peter am 21.06.2009, 01:19
@marc1: Die Absage an Mötley Crüe war eben auch der Tatsache geschuldet, dass es absolut keinen Sinn macht eine Heavy Metal-Band aus 40 Metern Entfernung abzulichten. Wer die Band komplett erleben will, stellt sich beim Konzert ja auch nicht hinten in die Halle. Und er will auch keine Bilder sehen, die von dort gemacht werden. Eine Galerie unter den Bedingungen wäre komplett am Leser vorbei produziert.
Außerdem sind Bilder von Mötley Crüe auch nicht wirklich wichtig. Das letzte Album hat es hierzulande mit Ach und Krach in die Top 100 der Charts geschafft, Schlagzeilen generiert die Oldietruppe eher mit zusammenfantasierten Austiegsgerüchten ihres Drummers… bitteschön, wen interessiert das denn wirklich? Die Entscheidung, das abzusagen war in zwei Sekunden getroffen und weitere zwei Sekunden später war die Truppe auch schon wieder vergessen. So sehr jucken mich deren Verträge.
Peter am 21.06.2009, 01:29
@Martin Gommel: Man sagt sich ja immer, dass es auch wieder besser wird. Wird es auch. Aber es kann auch nicht schaden, zwischendurch mal ‘rum zu erzählen, wie das wirklich läuft. Auch wenn ich weis, dass bei den richtigen Adressaten niemals ankommt. Die lokalen Veranstalter sehen das ja meist genauso und winden sich auch immer, wenn sie die absurden Vorgaben der Tourneeveranstalter oder des Managements durchsetzen sollen. Gleichzeitig befinden sie sich im Interessenskonflikt, denn das sind schließlich ihre Auftraggeber. Und den stänkert man nicht voll, weil die Presse sich beschwert.
Am Ende ist es einfach: Keiner will was damit zu tun haben und niemand trägt dafür die Verantwortung. Die Fotografen erdulden es eben und ziehen irgendwann ihrer Wege, weil es ihnen zu dumm wird. Seit ich Konzerte fotografiere, gibt es keine Handvoll Fotografen, die ich schon von Anfang an kenne. Die meisten finden das am Anfang total spannend mit den Konzerten und merken dann schnell, wie ätzend und anstrengend es sein kann. Die haben dann nach ein paar Monaten genug und machen was anderes. So einfach ist das.
Doreen am 21.06.2009, 14:32
wenn ich das hier so lese, vergeht einem wirklich die lust auf das fotografieren von großen bands. ich fotografier aus persönlichen gründen auch lieber die kleinen bands in kleinen clubs. nachteil ist eben, dass man dann auch nicht so tolles licht hat. oft nur das unsägliche rot.
btw: mötley crue hab ich auch abgesagt. man muss ja auch nicht alles machen
.
unsitte find ich auch: ich hatte beim roskilde einen exchange fotopass angeboten bekommen. d.h. man braucht noch ein normales ticket. bei den ticketpreisen lohnt sich das für mich nicht.
von einer liste wurde ich zum glück noch nicht gestrichen, aber auch schon mal vergessen. besonders ärgerlich bei death cab for cutie. seitdem habe ich auch immer eine bestätigung dabei, auch wenn das ausgedrucke nervt, wenn man mehrmals pro woche unterwegs ist.
@timo: wie, beim southside gab es 2 arten von fotopässen? oder meinst du den normalen redaktionspass?
@peter: ja, mit den wechselnden fotografen hast du recht. aber viele wollen es sicher auch nur erstmal ausprobieren. seitdem die dslrs so günstig geworden sind, sind auch viel mehr leute im besitz von einer und wollen die dann auch zum konzert mitnehmen. bei kleinen clubkonzerten auch oft ohne akkreditierung. aber da sind dann auch selten die profis
. lohnt ja auch nicht. kaum geld, selten schöne fotos. ich mags trotzdem. aber eben nur, weil ich auch selbst interesse an den bands habe. und was die richtig professionelle konzertfotografie angeht: unter den bedingungen und bei dem verdienst würde ich auch kein berufsfotograf sein wollen … also kein wunder, dass die kommen und gehen …
Sebastian Steinfort am 21.06.2009, 21:22
Auch wenn ich es bei Weitem nicht mehr so intensiv betreibe, kenne ich die Methoden sicherlich auch und gerade die großen Sachen sind die, die höchstens vom Licht her noch angenehm sind.
Dass die Künstler solche rigiden Regeln auffahren könnte vielleicht daran liegen, dass gerade die US-Bands es gewohnt sind, dass sie keine Rechte an ihren Fotos haben. Kein Vertrag und man ist frei in der Benutzung der Fotos. Bilder an Fans verticken? Kein Problem. Abundzu beneide ich sie darum.
Vermutlich wissen die Bands einfach nicht, dass es hier nicht so ist.
Naja und zum Thema Security möchte ich mal auf einen Beitrag eines Kollegen verlinken
SCNR
Peter am 21.06.2009, 21:30
@Sebastian: Klar, in den USA ist das mit dem Copyright anders geregelt. Das kann Vorteile haben – insbesondere dann, wenn man an die Vermarktung der Bilder denkt. Das ist aber alles kein Grund, hier in Deutschland die Fotografen zur Unterschrift der Verträge zu nötigen, die auf ein ganz anderes Rechtssystem gemünzt sind. Schließlich agieren die Bands international und lassen alle möglichen Verträge auf die jeweiligen Rechtssysteme anpassen. Nur bei den Fotografen macht sich niemand die Mühe. Das ist eben alles Ausdruck einer Einstellung gegenüber der Presse, die nicht okay ist.
Und was die Securities betrifft: Der FAQ-Eintrag, den Du verlinkt hast, betrifft die kleinere, professionelle Gruppe. Soll mir aber Anlaß sein, den Artikel demnächst mal anzupacken und auf die ganze Wahrheit zu erweitern
Alex am 21.06.2009, 22:49
Ach ja…das alte Thema akkreditierungen. Kraftwerk hat heute ja gerade mal alle Fotografen verbannt. Somit sind sie die neuen Hassobjekte des Festivals…
lg
alex
npx-photo am 22.06.2009, 06:42
Ach wie sehr kann ich diesen Artikel nachvollziehen……. Jeder will “gute” Bilder, aber möglichst ohne Fotografen……..
Gruss
Norbert
Ernie am 22.06.2009, 21:19
Mann, da bin ich froh, das ich in kleinen Berliner CLubs unterwegs bin, und das immer im Auftrag des Clubs oder der Band. Da bist du Freund und kein Feind. Kriege sogar Backstage inklusive Verpflegung…
Vielleicht solltest du auch mal versuchen Kontakte direkt zu den Bandmanagern aufzubauen, angefangen bei den kleineren Bands… Wobei ich vermute, dass du genausowenig wie ich damit deinen Lebensunterhalt verdienen kannst. Aber vielleicht lernst du dann auch die größeren Bands kennen und, wer weiß, irgendwann bist du im Auftrag von großen Bands unterwegs und hast alle möglichen Freiheiten…
Gut, das ist etwas sehr weit geträumt, aber einen Versuch wäre es wert…
Naja, jedenfalls ein sehr interessanter Artikel, schön, dass du das Thema immer wíeder so offen behandelst…
c-v am 23.06.2009, 06:58
@Peter:
| Weitere Blätter wurden ebenfalls ausgeladen, am
| Ende standen noch zwei Berufsfotografen im
| Graben. Zusammen mit zwei Schülerzeitungen und
| einer Partywebsite. Das erklär’ mir mal einer.
gerade *das* ist nicht nachvollziehbar – entweder schraenke ich das auf hochwichtige Medien ein, also keine Bild, keine Wochenblaetter und vor allem keine Gefaelligkeits-Akkreditierungen von “Redaktionen”, die sowieso nie ueber Konzerte berichten (und wenn, dann zu 99% ohne Fotos) – oder ich beschraenke ‘nur’ die Anzahl. Aber beauftragte (also keine Akkri-Bestaetigung, sondern *Auftrag*) Fotografen zu streichen und dafuer Scheckkartenblitzende Partyknipser reinzunehmen, dafuer fehlt mir jegliches Verstaendnis!
@Doreen: Ja, es gab diesmal erstmalig bei Southside und Hurricane eine extreme Zweiklassen-Fotografen-Einteilung: Bisher durfte man mit “Pit-Pass” in’n Graben, aber ohne den auch die Buehne Fotografieren – wer also vorne stand, hatte gute Chancen (vllt. sogar bessere wegen der Buehnenhoehe). Jetzt durftest du mit dem Nicht-Graben-Pass nicht nur nicht in den Graben, sondern auch nicht in Richtung Buehne fotografieren… Wenn sowas vorher kommuniziert wird, kann man’s sich ja ueberlegen – als Crew macht’s durchaus auch Sinn, sich aufzuteilen und ein bissel “Umfeld zu schiessen”. Aber das vorher nicht zu sagen, ist unfair.
@npx: oh ja, die Knipser stoeren ja sowieso nur, und Sche*ssfotos machen sie auch (kein Wunder, bei *den* Bedingungen, oder wenn man nur auf der Partybilderseite guckt
– warum stehen diese *** mir im Weg rum? [aus Zuschauersicht geschrieben, ich bin selber so’n Grabenhuepfer
na denn: Mahlzeit!
Thomas Helbig am 23.06.2009, 13:57
Hachja, irgendwie zum einen schön zu lesen,aber zum anderen sehr traurig, das sich mein persönlicher Eindruck durch andere bestätigt.
Bin selber noch nicht so lange auf Festivals als Fotograf unterwegs, aber wenn ich mal den direkten Vergleich zwischen dem Open Flair 2008 und dem Southside 2009 vom letzten Wochenende ziehe, merk ich echt wie schön das letztes Jahr war. Auf dem kleineren Festival hat man wirklich das Gefühl gehabt, die Leute wissen, was sie an den Fotografen haben und wie wichtig die Dokumentation/Werbung durch die Bilder für sie ist.
Unverständlich, das einem solch großen Veranstalter wie fkscorpio dieses Verständnis scheinbar nicht so bewußt zu sein scheint und er viele richtig gute Fotografen und Medienvertreter mit der Akkreditierungspolitik derartige kastriert und sich lieber irgendwelche “Knipser” in den Graben stellt.
Happy Arts Blog am 30.07.2009, 15:22
[...] An diesen Tagen denke ich auch: Einfach sein lassen. [...]
André am 03.08.2009, 03:24
@c-v
>…oh ja, die Knipser stoeren ja sowieso nur, und Sche*ssfotos machen sie auch
Dann gib Ihnen doch mal ein paar Tipps wie sie bessere Fotos machen können und nicht “stören”. Die meisten sich doch einfach nur happy, dass sie auch mal für die Schülerzeitung & Co. fotografieren dürfen. Irgendwann hat doch jeder mal ganz klein angefangen…
c-v am 08.08.2009, 22:37
Hi Andre,
lies doch bitte meinen Kommentar ganz, da steht noch aus wessen Sicht das geschrieben war
Sofern es machbar ist (lautstaerke- und zeitmaessig isses meist leider zu eng dafuer), gebe ich gern den einen oder anderen Tip (sofern er denn angenommen wird, leider haben wir hier einige Partyknipser [ja, ich mag die besonders ;] mit denen man darueber nicht reden kann, weil alles was die machen sowieso immer richtig ist (aus deren Sicht)… Da ist Hopfen und Malz verloren :/
Und ja, ich habe auch mal Parties geknipst (Wortwahl meine ich genauso) und mich mit der Zeit weiterentwickelt (sowohl erfahrungs- als auch technikmaessig) – aber dermassen arrogant war ich (hoffentlich) nie.
Aber wenn man selbst einem ‘Profi’ noch erklaeren muss, dass ein umgeschnallter Rucksack (oder gar deren zwei, einer vorn einer hinten!) bei beengten Platzverhaeltnissen eher suboptimal ist, gibt man irgendwann einfach auf :/
Dennis am 09.08.2009, 16:30
Habe noch nie Konzerte fotografiert, bewege mich mehr im politischen Bereich. Was sind das den für Verträge, gibt man da irgendwelche Rechte ab? Wenn euch einer Dumm kommt dann lasst doch das Konzert sein.
Es ist ja nicht so als würdet ihr denen einen gefallen tun. Die sollten sich mal lieber über jedes Foto freuen das an die Redaktionen verteilt und somit evtl. veröffentlicht wird. Ein kostenloser Service.
Erst neulich waren wir zu einer PK eingeladen wo wir hätten gut Fotos verkaufen können. Allerdings hatten die einen Fotovertrag gehabt wo vorgeschrieben wurde wieviele Fotos man veröffentlichen darf. Was soll das den für eine Freie Bildberichterstattung sein, wenn jemanden vorgeschrieben wird wieviele Fotos er veröffentlichen kann. Überhaupt was hat die Berichterstattung mit Verträgen zu tun? Ich denke, man muss sich für die Sache einsetzen auch wenn es finanzielle Verluste dadurch gibt. Übrigens ich bin nicht hingegangen. Wir werden auch weiterhin keine Fotovereinbarungen unterschreiben.
Meike am 11.08.2009, 14:55
@Dennis: Es gibt da leider einen kleinen Unterschied zwischen Konzerten und dem politischen Tagesgeschehen: Konzerte sind mehr oder weniger gut ausverkauft, daran wird der Erfolg gemessen. Ob von einem Konzert hinterher noch berichtet wird – eigentlich kanns dem Veranstalter egal sein, das ändert am Betriebsergebnis nichts. Man erfüllt sozusagen nur noch die Chronistenpflicht. Mal wird bei Hype-Themen wie bei Lady Gaga z.B. ein etwas größerer Artikel gebracht, oft finden die Konzerte aber viel weniger Beachtung als Politik oder Sport. Meistens werden Berichterstatter auch nur deshalb geduldet, weil man sie als “Medienpartner” bei der nächsten Tour eventuell brauchen könnte. Bei einer PK im Bereich Politik oder auch Sport trägt man als Berichterstatter ja die Nachrichten ins Land. Das ist eine ganz andere Sache. Druck kann man nur ausüben, wenn man auch einen Hebel hat. Und der Hebel ist bei Konzerten meist auf Veranstalterseite länger. Bis auf wenige Schlagzeilen von boykottierten Robbie Williams-Konzerten brauchen weder Management noch Veranstalter die Presse zu fürchten, wenn sie Regeln aufstellen. Egal wie absurd oder rechtsbeugend diese sind.
André am 11.08.2009, 17:36
@c-v
Ich sehe das wohl alles einfach nur sehr viel entspannter…
c-v am 12.08.2009, 17:42
@Andre: was nicht immer verkehrt sein muss…
neontrauma am 15.08.2009, 21:22
Oh ja, hinter diesen Artikel kann ich gerade nach den Erlebnissen der letzten paar Tage ein dickes Ausrufezeichen setzen!
Hatte mich über das entsprechende Formular auf der Webseite für ein großes Metalfestival akkreditiert, das dieser Tage in Dinkelsbühl stattfindet. Die Zusage kam in Form eines Exchange-Tickets, sprich, nochmal 70 Euronen blechen. Aber okay – dafür hatte das LineUp ja auch diverse namhafte Acts zu bieten, also hin, bezahlt, Fotopass bekommen.
Spätnachmittags vorm Graben dann die große Ernüchterung: die letzten 3 Bands auf jeder der beiden Bühnen galten als Headliner und durften nur von Inhabern eines Headliner-Passes fotografiert werden. Nach welchen Kriterien dieser ausgestellt wurde, wusste irgendwie keiner so recht, und selbst der Mensch am Infostand konnte mir da keine Auskunft geben. So fielen für mich dann schlappe 18 Bands weg, und natürlich waren das gerade die, wegen der ich die 70 Öcken in Kauf genommen hatte. Hervorragend.
Im Graben standen bei besagten Headlinern dann mehrere Menschen mit Bridgekameras und blitzten munter vor sich hin, was die Securities kein bisschen gestört hat…
Fazit: bin früher wieder abgereist und verzichte dankend darauf, nächstes Jahr wiederzukommen…
microbug am 21.08.2009, 12:07
Genau das was hier geschrieben wird bestätigt mich, nach wie vor die Finger von Akkreditierungen etc zu lassen, kleine Bands in Clubs und auf Festivals zu fotografieren und da dann auch den direkten, persönlichen Kontakt zu den Musikern und auch Lichtmischern zu pflegen. In eine begrenzten lokalen Bereich und über eine gewisse Zeit hinweg hat das auch den großen Vorteil: man kennt sich nach einer Weile, zumindest die Technikleute.
Zum Thema zuviel Rotlicht kann ich nur sagen: Uni WB benutzen, eine Methode, die Ilah Borg entwickelt hat. Google weiß da mehr. Die Methode basiert auf der bewußt falschen Einstellung des Weißabgleichs, Ziel ist es, die Multiplikatoren der Farben (durch die Fabverteilung des Sensors festgelegt) auf 1 zu setzen und das Ganze dann hinterher wieder auseinanderzudröseln. Geht natürlich nur in RAW. Für Canon und Nikon gibts dafür fertige, in Kamera und RAW-Konverter ladbare Kurven/Profile im Netz. Man sollte dazu den Aufbau seines Sensors kennen wenn man sich selbst eine Kurve baut. Ilah hat das auch irgendwo mal dokumentiert, ich finds nur gerade nicht.
HTH
Dietmar