Letzter Ausweg: Blitzgerät

Eigentlich mag ich keine Blitzgeräte, schon gar nicht bei Konzerten. Warum und wieso, das steht alles hier im FAQ-Beitrag. Aber keine Regel ohne Ausnahme. Wenn man schnelle Action und trübes Licht unter einen Hut bringen muss, bleibt halt manchmal keine andere Wahl. Einer meiner Lieblingsclubs in Köln ist das Gebäude9. Bisher hatte ich dort immer beste Chancen auf ein gutes Foto, weil man nah ran kommt und mangels Bühnengraben oft das Publikum sehr gut mit ins Bild einbeziehen kann. Leider ist das Gebäude9 auch sehr dunkel. Gestern war dort Lady Sovereign zu Gast und ich ahnte es schon im Voraus: Die wird nicht still stehen und das Licht wird mau sein. Zeit, ein bisschen nachzuhelfen. Zum Einsatz kam die bewährte Kombi aus Nikon SB-800 und den PocketWizards, das Ganze montiert auf einem Ministativ. Der Blitz arbeitet im manuellen Modus mit 1/32stel Leistung und stand auf einem kleinen Vorsprung an der Seite der Halle.

Den Rest der Belichtung regele ich in der Kamera. Über die Kombination aus ISO-Wert und Blende beziehe ich so viel Umgebungslicht wie möglich ein. Die Bilder sind mit ISO 3200 bei Blende f/2.8 und einer Belichtungszeit von 1/125stel Sekunde entstanden. Durch die offene Blende und den hohen ISO-Wert kommt noch genug Umgebungslicht mit ins Bild. Das Muster entstand übrigens aus einem Effektlicht, das der Lichtmann verwendet hat. Der Blitz hat die Sitation dann noch ausreichend aufgehellt, durch die Kombination entsteht fast der Eindruck, es wäre doch recht hell gewesen.

Das Hauptproblem war allerdings, dass man in der Dunkelheit kaum vernünftig scharfstellen konnte. Der Autofokus findet ohne ausreichende Kontraste kaum ein Ziel und so sind einige Bilder nicht exakt dort scharf, wo sie es eigentlich sein sollten. Schwierige Bedingungen lassen sich eben nicht immer durch Technik bewältigen, irgendwo ist die Grenze des Machbaren dann eben erreicht und der Ausschuß geht gegen unendlich. Immerhin ist es aber heute so, dass sich die Grenze deutlich verschoben hat.


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8 Kommentare

  1. Timo  am 04.11.2009, 15:11

    Mal wieder ein sehr schöner Artikel. Ich habe mir schon desöfteren überlegt, ob das Nikon CLS auf Konzerten auch noch so zuverlässig arbeitet. Gerade da ist ja nicht immer gewährleistet, dass “Sichtkontakt” zwischen SB-900 (Master) und den SB-600 (Slaves) besteht..
    Auf jeden Fall sind deine Bilder sehr schön, man sieht eigentlich nicht dass geblitzt wurde. Wenn blitzen, dann halt richtig, stimmts? ;-)

    Viele Grüße!
    Timo

  2. Daniel  am 04.11.2009, 15:20

    Danke noch einmal für die Zusammenfassung…

  3. Peter  am 04.11.2009, 15:25

    @Timo: Klar, wenn schon – dann richtig. Aber zugegeben: Das muss man vorher schon mal eine ganze Weile üben, bis man die Wirkung des Blitzes einschätzen kann. Ist nicht so einfach, wie es sich anhört. Der m.E. beste Weg ist: Belichtung in der Kamera für das gegebene Licht einstellen und den Blitz dann zuarbeiten lassen, d.h. mit der gerade notwendigen Leistung das ausgleichen, was vom Umgebungslicht fehlt.

  4. Heiko  am 05.11.2009, 13:24

    Wie richtest du den Blitz denn aus? Indirekt oder direkt auf die Bühne? Auf dem ersten Bild sieht es aus, als würdest du die Hallendecke “anblitzen” – aber die ist doch meistens schwarz?! Reicht das?

  5. dan  am 05.11.2009, 15:53

    wo sollen die bilder denn am besten scharf sein? ich konzentrier mich meist immer auf die augen. ist das geschmack, oder gibts da auch “richtlinien”?

  6. Peter  am 05.11.2009, 18:45

    @Heiko: Halb und halb, mit der eingebauten Reflektorkarte teile ich das Licht zwischen frontal und indirekt auf.

    @dan: Ja, eigentlich auf die Augen. Aber Richtlinien gibts da keine.

  7. marc1  am 10.11.2009, 09:16

    Hallo Peter, interessanter Bericht, habe auch schon entfesselt geblitzt, allerdings bisher immer den intergrierten Blitz meiner D300 als Master verwendet. Welche Wizard Lösung empfiehlst du? Schätze auch hier gibt es Unterschiede in der Qualität..
    Gruß Marc

  8. Peter  am 10.11.2009, 13:13

    …ich benutze die originalen PocketWizards von LPA aus den USA. Das Modell nennt sich “Plus II” und reicht für solche Sachen und Kamerasteuerung aus. Es gibt noch eine bessere Variante mit mehr Optionen, aber die kenne ich nicht.

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