Tagessatz richtig berechnen

Wer sich ernsthaft Gedanken darüber macht, die Konzertfotografie nicht nur zum Hobby sondern auch zum Gelderwerb zu betreiben, sollte sich in seiner Kalkulation tunlichst nicht verrechnen. Zu gerne lügt man sich bei den monatlichen Kosten oder einem frei ausgedachten Tagessatz in die eigene Tasche. Wer da patzt, ist schneller pleite als er auf den Auslöser drücken kann.

Egal ob man für eine Redaktion arbeitet, Aufträge von Kunden entgegen nimmt oder erst einmal auf eigene Faust produziert, um die Bilder anschließend zu verkaufen: Man muss mit dem eigenen Tagessatz eine solide finanzielle Basis schaffen und wissen, was sich lohnt und wovon man besser die Finger lässt. Und auch für Angebote ist es von Vorteil, die eigenen Kosten und den sich ergebenden Tagessatz zu kennen.

Um das einfach und deutlich darzustellen, gibt es den Tagessatz-Rechner. In das Formular könnt ihr die monatlichen Kosten eintragen und das gewünschte Einkommen und der Rechner spuckt euch dann den Tagessatz aus, den ihr braucht um die Kosten einzufahren. Dabei kann man unterscheiden zwischen Vollzeit und Teilzeit: Wer Vollzeit als Fotograf arbeiten will, muss ein gewünschtes Jahreseinkommen angeben. Denn neben den Kosten wollt ihr ja auch was verdienen. Wer sich für Teilzeit entschieden hat, kann ein geringeres Einkommen angeben oder gar keines. In letzterem Fall wird nur berechnet, wie viel man verdienen muss um die Kosten zu decken. Die Ausgabe des Formulars könnt ihr euch ausdrucken.

Interessant an dem Tagessatz-Rechner ist vor allem, dass man die Kosten aufgeschlüsselt sieht und damit ein bisschen spielen kann – wo muss ich Kosten reduzieren, um konkurrenzfähig zu sein? Mit welcher Auslastung und welchem Tagessatz könnte ich Vollzeit als Fotograf arbeiten? Dazu müsst ihr die Werte eben je nach Wunsch anpassen und euch das Ergebnis anschauen. Genug, der Worte, bitte hier klicken:

Tagessatz-Rechner in neuem Fenster öffnen

Was der Rechner nicht berücksichtigt, sind Gewerbesteuern. Wer nicht als Freiberufler (z.B. Bildjournalist) arbeitet, sondern als Fotograf im klassischen Sinn, muss ein Gewerbe anmelden und Gewerbesteuer bezahlen. Die Gewerbesteuer ist aber abhängig vom Wohnort und anderen, teilweise dynamischen Faktoren und kann deshalb nicht so einfach in einen Rechner integriert werden. Zur Abgrenzung zwischen Freiberuflichkeit und gewerblicher Tätigkeit ist im Zweifelsfall der Steuerberater zu befragen.

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8 Kommentare

  1. blog.actionpixel.de  am 13.11.2009, 17:04

    [...] Peter Wafzig hat neben einem hochinteressanten Blog zu seiner Profession neuerdings auch einen Tagessatzrechner online gestellt. Darin könnt ihr eure laufenden monatlichen Kosten aufgeschlüsselt nach den [...]

  2. Sascha Rheker  am 13.11.2009, 17:40

    [...] Einen Kostenrechner, wie den der NPPA, gibt es jetzt auch in deutscher Sprache auf der Seite von Pet… Das ist eine tolle Sache und da kann man ihm wirklich dankbar sein, das war sicher einiges an Arbeit; die anderen Sachen in seinem Blog sind übrigens auch lesenswert. [...]

  3. KWERFELDEIN - Martin Gommel  am 15.11.2009, 10:34

    [...] # Der Peter von Konzertfoto FAQ hat einen Tagessatz-Rechner gebastelt – mehr Infos dazu auf seinem Blog. [...]

  4. indigo  am 16.11.2009, 12:48

    Genialer Post!!!
    Vielen Dank!

  5. Uwe M. photo-portraits  am 18.11.2009, 20:54

    Ganz herzlichen Dank für diesen richtig klasse Tagessatzrechner.
    Ich würde es begrüßen, wenn ein Download dessen möglich wäre, um offline damit arbeiten zu können.

    Herzliche Grüße

  6. Peter  am 18.11.2009, 21:08

    Hallo Uwe,

    der Tagessatz-Rechner ist leider eine PHP-Anwendung, die nur auf einem Webserver läuft. Offline wird das leider nicht gehen.

    Viele Grüße,
    Peter.

  7. Sascha Rheker  am 21.11.2009, 01:30

    @ Uwe

    Das entscheidende an dem Rechner ist ja, daß er einen Denkanstoß darstellt. Er sorgt für den Aha-Effekt, weil er die ganzen Kosten, die sich viele Fotografen schönreden, -denken oder -rechnen aufzeigt.

    Der Rechner ist ein tolles Werkzeug um zu schauen, ob die eigenen Tagessätze halbwegs realistisch sind.

    Um wirklich damit zu arbeiten sollte man sich das an die eigenen Bdedürfnisse anpassen und evtl. noch genauer aufschlüsseln. Das ganze ist keine allzu komplizierte Mathematik und sollte sich mit minimalen Kenntnissen in jeder Tabellenkalkulation in unter 5 Minuten machbar sein.

    Wer da mathematisch oder kaufmännisch überfordert ist (was keine Schande ist), sollte sich Hilfe suchen, das ist allemal besser als später nach Peter Zwegat rufen zu müssen.

    Einer der besten Ratschläge, die ich zu Beginn meiner Karriere bekommen habe, war übrigens, gleich von Anfang an einen Steuerberater zu beschäftigen statt irgendeinen Fehler zu machen, der teuer oder schwer zu korrigieren ist. So gibt es z.B. Leute die eigentlich Freiberufler sind, denen aber irgendwer erklärt hat sie müßten unbedingt als erstes ein Gewerbe anmelden, um die Mehrwertsteuer beim Einkauf von Kameras wieder zu bekommen.

  8. Steffan  am 28.11.2009, 22:39

    > So gibt es z.B. Leute die eigentlich Freiberufler sind, denen aber irgendwer erklärt hat sie müßten unbedingt als erstes ein Gewerbe anmelden, um die Mehrwertsteuer beim Einkauf von Kameras wieder zu bekommen.

    Diese “irgendwer” nennen sich “Gründungsberater” …

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