Wie kann ich meine Bilder nachbearbeiten?

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faqEs gibt hunderte von Wegen, aus einem Bild das Optimum herauszuholen. Grundsätzlich gilt natürlich immer, dass man schon bei der Belichtung sehr genau arbeiten sollte. Nur wenn die Ausgangsdatei schon sehr nahe am Endergebnis ist, kann man sinnvoll optimieren. Am Rechner kann man vielleicht noch 5-10% an Potenzial aus einem Bild herausholen, wenn überhaupt. Meistens handelt es sich dabei um das leidige Problem mit den Kontrasten. Durch Rauch, Nebel oder Gegenlicht sind die Kontraste in den Bildern oft sehr gering. Wie man mit ein paar einfachen Mitteln beheben kann, zeigt diese Bearbeitungsreihe:

bearbeitungsreihe

Die Schritte zum richtigen Motivkontrast (Klick für große Ansicht)

Alle nachfolgenden Schritte wurden in Adobe Photoshop CS2 vorgenommen. Die Funktionen sind jedoch auch in anderen Bildbearbeitungsprogrammen so oder ähnlich vorhanden. Zunächst müssen die Tonwerte angepasst werden. Im nachfolgenden Histogramm sieht man, dass am linken Rand des Histogramms keine Werte vorhanden sind, das Bild ist also etwas überbelichtet. Die im Motiv enthaltenen Helligkeitswerte werden nun gleichmäßig über die 255 Helligkeitsstufen verteilt. Dazu zieht man den linken Regler bis zum Beginn der im Bild enthaltenen Helligkeitswerte:

tonwertkorrektur2

Der nächste Schritt ist die Anpassung der Gradationskurve. Durch eine Rücknahme der Kurve im Bereich der Mitten und Tiefen erhöht man den Kontrast im Bild. Um das zu erreichen, setzt man drei bis vier Punkte auf die Linie und zieht diese dann an den Punkten in Richtung der gewünschten Werte:

gradationskurven

Als dritten Schritt zur Optimierung des Kontrasts ist die selektive Farbkorrektur. Hier wählt man im Dropdown “Farben” die Farbe Schwarz aus und erhöht dort den Wert im Bereich Schwarz auf +10. Das bedeutet, dass die im Bild enthaltenen schwarzen Bildbereiche nochmals abgedunkelt werden. Das gibt dem Bild insgesamt einen kräftigeren Eindruck:

selektive-farbkorrekturWeniger mit der Belichtung aber doch mit dem optimalen Bildergebnis hat die Festlegung des endgültigen Bildausschnitts zu tun. Hier stört am rechten unteren Bildrad ein Teil des Mikrofonständers, das wir mit einem vorsichtigen Beschnitt entfernen:

cropJetzt kann man das Bild auf die Endgröße bringen. Ich habe hier beispielhaft eine Webgröße von 500 Pixel Höhe ausgewählt. Wenn die kamerainterne Schärfung nicht zu aggressiv eingestellt ist, kann man jetzt über die Funktion “Selektiver Scharfzeichner” noch etwas nachschärfen:

scharfzeichnerDabei sollte der Radius irgendwo zwischen 0,3 und 0,5 stehen, mit dem Betrag im Auswahlfeld “Stärke” kann man das Maß der Schärfung einstellen. Grundsätzlich sollte man es nicht übertreiben, weil sich gerade feine Strukturen wie zum Beispiel die Gitarrensaiten im Bild schnell in überschärften Pixelbrei auflösen. Anschließend wird das Bild über die Funktion “Für Web speichern” abgespeichert:

fuer-web-speichern

Hier sollte man unbedingt darauf achten, dem Bild den richtigen Farbraum mitzugeben. Wer in der Kamera beispielsweise Adobe RGB verwendet, muss hier über das kleine Dreieck neben dem Dropdown “Vorgabe” die Option “In sRGB umwandeln” auswählen. Ansonsten wirkt das Bild nach dem Speichern flau.

Hier nun die Gegenüberstellung der Orignaldatei mit dem Endergebnis:

gegenueberstellung

Originaldatei und fertiges Bild (Klick für große Ansicht)

Das ist wie gesagt nur ein Weg – aber auf jeden Fall einer, den ich sehr oft verwende und deshalb auch als Aktion in Photoshop abgespeichert habe. Sinnvollerweise legt man in der Aktion nur Einstellungsebenen an, um auch nach Ablauf der Aktion noch an den Parametern drehen zu können. Gerade im Bereich der Tonwertkorrektur und der Gradationskurven muss man individuelle Einstellungen pro Bild vornehmen. Wenn man in der Kamera einen neutralen Bildstil wählt, hält man sich auch bei JPEG-Dateien noch etwas mehr Spielraum für nachträgliche Anpassungen offen.

UPDATE 04.04.2009: Den hier abgebildeten Workflow gibt es jetzt auch als Download (getestet mit Adobe Photoshop CS2). Die Aktion legt drei Einstellungsebenen mit Tonwertkorrektur, Gradationskurven und selektiver Farbkorrektur an. Die Tonwertkorrektur und Gradationskurven kann man dann anschließend selbst bearbeiten, bei der selektiven Farbkorrektur wird der Wert im Bereich “Schwarz” schon auf +10 voreingestellt.

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3 Kommentare

  1. Bine  am 08.04.2009, 19:29

    Toll was man heutzutage mit der modernen Software so alles machen kann.
    Wie das wohl früher war als man noch analog fotografiert hat und nicht mit dem PC nachbearbeiten konnte?

  2. Peter  am 08.04.2009, 19:38

    … damals hat man sich etwa mehr Mühe gegeben bei der Belichtung, ganz einfach. Da musste man ja auch noch manuell scharfstellen. Andererseits würden die Bilder von damals heute bei keiner Redaktion mehr durchgehen. Da muss man sich nur mal entsprechende Bildbände ansehen (ich empfehle: “Moonage Daydream. The Life And Times Of Ziggy Stardust.” von Mick Rock), das sind beindruckende Bilder, aber man sieht ihnen an, dass sie aus einer anderen Zeit sind.

  3. fotografie ist mehr  am 30.06.2009, 13:05

    [...] die berichte sind knackig in der länge, abwechslungsreich von vertragsdetails bis zu photoshoptutorials und basieren auf professioneller [...]

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